Ist oxidativer Stress im Sport WIRKLICH ein Problem?

Und ist eine antioxidative Unterstützung IMMER sinnvoll?

 

Seit Jahren werden erfolgreich Nahrungsergänzungsmittel mit antioxidativen Eigenschaften verkauft. Immer mit der Begründung der Sportler würde immens viele (Sauerstoff)Radikale produzieren, welche schädliche Folgen haben.

Auch für Nicht-Sportler werden Antioxidantien gewinnbringend am Markt verkauft.

 

Ein kurzer Ausflug in den Stoffwechsel. Was sind Radikale eigentlich? Vereinfacht sind Sauerstoffradikale Sauerstoffverbindungen welche eine Bindungsstelle frei haben und somit gerne und schnell mit anderen Atomen und Strukturen reagieren, und diese damit schädigen können. Und ja, es ist richtig, wenn zuviele dieser Radikale auftreten sind sie in vielerlei Hinsicht schädlich.

 

Ein zweiter richtiger Punkt: Es entstehen Radikale im aeroben Stoffwechsel, die Superoxidradikale. Und ja, ein Sportler hat "mehr" Stoffwechsel und somit auch mehr Radikale...ABER:

 

1) der Körper ist, bei ausreichender Versorgung mit Mikronährstoffen, in der Lage diese vermehrte Radikalbildung zu neutralisieren. Die wichtigsten Enzymsysteme werden optimiert und passen sich der Radikalflut an. Diese sind die Superoxiddismutase (SOD) und die Glutathionperoxidase (GPX). Diese brauchen allerdings genügend Mangan, Kuper, Zink und Selen.

 

2) der Körper braucht Radikale als Signalgeber für verschiedene Anpassungen. Sowohl bei Trainingsadaptationen als auch bei "gesundheitlichen" Anpassungen

 

Ein Beispiel: In einer Studie wurden Vitamin C und Vitamin E substituiert. Es zeigte sich eine Reduktion der SOD und GPX Aktivität, und der gewünschte Effekt einer verbesserten Insulinresistenz blieb aus. Somit würde z.B. auch bei Diabetikern der gewünschte Effekt von körperlicher Aktivität durch Gabe von Antioxidantien gemindert.

 

Es ist also nicht immer sinnvoll ins blaue zu substituieren. Natürlich gibt es oxidativen Stress und seine Folgen, aber bitte erst einmal kontrollieren ob dieser auch wirklich vorhanden ist.

 

Aus eigener Erfahrung bei vermeintlich gesunden Sportlern teste ich bei einem Erstcheck gar nicht mehr auf oxidative Belastung. Weil sie grundsätzlich nicht vorhanden ist....

 

Alternativen. Zunehmend mehr Autoren gehen in Richtung einer Substitution mit Pflanzenstoffen. Der Unterschied zu Stoffen wie Vitamin C und E ist, dass sie indirekt wirken. Die Vitamine neutralisieren direkt alles an Radikalen was ihnen in die Quere kommt. Die Pflanzenstoffe hingegen setzen genetische Hebel in Bewegung welche antioxidative Systeme wie SOD und GPX bei Bedarf stimulieren und vermehren. Sie bieten dem Körper also die Grundlage zu einer verbesserten Eigenregulation. Und diese funktioniert bedarfsangepasst. 

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